Erneut Anhebung der Düsseldorfer Tabelle für 2019

Zum Januar 2019 wird erneut die sog. Düsseldorfer Tabelle angepasst. Diese ist maßgeblich für die Höhe des vom getrenntlebenden Elternteils zu zahlenden Kindesunterhalt. Ab diesem Zeitpunkt gelten die weiteren neuen, vom Gesetzgeber bereits 2017 erlassenen, höheren Beträge für den Mindestunterhalt minderjähriger Kinder. Minderjährige Kinder bekommen also mehr Geld. Grund hierfür ist die Änderung der Mindestunterhaltsverordnung, die sich nach dem tatsächlichen Existenzminimum im Sinne des Steuerrechts richtet. Die darauf basierende Erhöhung des Mindestbedarfs eines Kindes führt dazu, dass die sogenannte Düsseldorfer Tabelle, die bundesweit als Richtlinie für die Höhe des Kindesunterhalts gilt, zum Jahresbeginn angepasst wird. Für Kinder bis zum fünften Lebensjahr wird der Unterhalt um 6 Euro auf 354 Euro steigen. Kinder zwischen sechs und elf Jahren werden 7 Euro mehr und damit 406 Euro beanspruchen können. Für zwölf bis siebzehnjährige steigt der Anspruch um 9 Euro auf 476 Euro. Der Betrag steigt gestaffelt nach Einkommensklassen des Unterhaltspflichtigen. Der Unterhaltsbedarf für volljährige Kinder wird voraussichtlich ebenfalls steigen, zumal er bei der letzten Erhöhung unverändert geblieben war. Die konkrete Höhe wurde noch nicht veröffentlicht. Das Kindergeld soll zum Juli 2019 um 10 Euro steigen. Es ist auf den Bedarf von minderjährigen Kindern zur Hälfte, bei Volljährigen in voller Höhe anzurechnen. Geplant ist auch eine Anhebung des beim Unterhaltspflichtigen zu berücksichtigende Selbstbehalts. Zuletzt war dieser zum Januar 2015 erhöht worden. Im Einzelfall kann es somit, wenn der Unterhaltspflichtige sich im Mangelfall auf seinen Selbstbehalt berufen kann, durchaus auch zu Unterhaltskürzungen kommen.

Abgedruckt in Glinde Zeitung Sachsenwald am 20.11.2018.