Neue Düsseldorfer Tabelle ab Januar 2018 – weniger Kindesunterhalt für viele?

Zum 1. Januar 2018 wird sich erneut die Düsseldorfer Tabelle für den Kindesunterhalt ändern. Zuletzt wurde die Tabelle, die die Beträge ausweist, die üblicherweise Kinder von getrenntlebenden Eltern von dem Elternteil, der nicht bei ihnen lebt, beanspruchen können, vor einem Jahr angepasst und die Unterhaltszahlbeträge erhöht. Allerdings werden bei dieser Änderung nicht nur wie bei der letzten Anpassung die Unterhaltsbeträge steigen. In der neue Düsseldorfer Tabelle werden nach 10 Jahren zum erstem Mal auch die Einkommensgruppen angehoben. Bisher galt der Mindestunterhalt für alle Kinder, deren unterhaltspflichtiger Elternteil bis 1.500 Euro netto verdient. Nunmehr gilt dieses bis zu einem Nettoeinkommen von 1.900 Euro. Entsprechend erhöht sich die oberste Einkommensgruppe von einem Nettoeinkommen von bisher 5.100 Euro auf 5.500 Euro. Die Veränderung der Einkommensgruppen wird dazu führen, dass zwar die Kinder, die bisher den Mindestunterhalt erhalten haben, einen höheren Unterhalt bekommen können. Allerdings wird sich auch für vielen Kinder der Unterhalt verringern.

Bisher konnte ein unterhaltspflichtiger Elternteil mit einem Nettoeinkommen von 1.500 Euro, also der Obergrenze der untersten Einkommensstufe, schon nicht einmal für 2 Kinder der untersten Altersstufe (0 – 5 Jahre) den Mindestunterhalt zahlen, ohne seinen eigenen Selbstbehalt zu gefährden. Dies soll mit der Anpassung jetzt vermieden werden.

Das Kindergeld wird zum 1. Januar 2018 erneut um 2 Euro von 192 Euro auf 194 Euro steigen. Das Kindergeld ist auf den Bedarf von minderjährigen Kindern zur Hälfte, bei Volljährigen in voller Höhe anzurechnen. Die Unterhaltsbeträge für die volljährigen Kinder in der Altersstufe ab 18 Jahren und der Festbetrag für Volljährige, die nicht mehr bei einem Elternteil leben, bleibt unverändert. Es wirkt sich allerdings das erhöhte Kindergeld unterhaltsmindernd aus. Damit soll der Bedarf eines Volljährigen, der noch im Haushalt eines Elternteils lebt, im Verhältnis zum Bedarf eines allein lebenden Volljährigen angeglichen werden.

Der beim Unterhaltspflichtigen zu berücksichtigende Selbstbehalt wird auch dieses Mal nicht angehoben werden. Er wurde zum Januar 2015 erhöht. Für eine Neuberechnung des Unterhalts, auch insbesondere zur Ermittlung des unterhaltsrelevanten Einkommens berät Sie sich gern Rechtsanwältin und Fachanwältin für Familienrecht Alexandra Husung, Kreutzkamp 3 a, 21465 Reinbek, Tel.: 32 51 31 82; https://rechtsanwaeltin-husung.de